Geburt

Der große Tag ist gekommen. Dein Baby möchte auf die Welt kommen und du wirst Mama! Eines der schönsten und emotionalsten Tage wird vor dir stehen! Doch bevor dein Baby auf die Welt kommt, liegt eine Menge Arbeit vor dir.

Eine schweißtreibende Arbeit, mit vielen Tränen, Schmerzen und Momenten in denen du aufgeben möchtest. Ich habe meine Kinder alle auf natürliche Weise zur Welt gebracht und weiß dementsprechend wovon ich rede. Jede Geburt verläuft anders, jede Geburt ist ein Abenteuer, doch am Ende hast du das Gefühl Bäume ausreißen zu können. Du wirst stolz auf dich sein und dir dein Baby ganz genau ansehen und jede kleine Falte und Geste deines Babys ins Herz schließen.

Veratmung der Wehen

Eine Geburt ist nicht einfach, aber für uns Frauen ist es das natürlichste der Welt. Nur wir können die Geburtsschmerzen ertragen und ein Baby auf die Welt bringen.

Um dir ein wenig die Geburt zu erleichtern habe ich an meine eigenen drei Geburten gedacht und dir hier ein paar hilfreiche Mittel zusammengestellt, die es dir erleichtern die starken Wehen besser zu ertragen.

Massagen tun immer gut und sind sehr nützlich, auch für deine Begleitung. Unter der Geburt wirst du vom Wesen her eine andere Person sein, du konzentrierst dich auf die Veratmung der Wehen und fluchst und stöhnst vor Schmerzen. Deine Begleitung kann dich beruhigen und dir anbieten dich im unteren Rücken zu massieren. Das Veratmen der Wehen ist im Grunde eine simple Sache und wird dich während der schmerzhaften Phase etwas beruhigen. Du holst tief Luft und lässt die Luft in deinen Bauch strömen, dein Baby bekommt einen großen Teil des Sauerstoffs ab, sodass sich oftmals die Herztöne deines Babys verbessern. Mit einem sanften Stöhnen pustest du die Luft aus und wiederholst den Vorgang beliebig oft. Nach den Wehen holst du Kraft für die nächste Wehe, dass klappt oftmals gut, indem dich dein Partner mit Öl im unteren Rücken massiert. Dies entspannt und gibt dir Kraft für die nächsten Wehe.

Schmerzmittel – ein wahrer Segen

Um die Wehen richtig in Gang zu bekommen ist es wichtig dich zu bewegen. Spaziergänge an der frischen Luft sind dazu sehr geeignet und verringern zu dem die Wartezeit auf dein Baby. Mach´ Pausen zwischendurch und verarbeite deine Wehen. Dein Partner kann dich wunderbar unterstützen, indem du dich an seine Schultern hängst und dich praktisch fallen lässt. Du kannst dich so voll und ganz auf deine Wehen-Veratmung konzentrieren.

Sollte es dir jedoch draußen zu viel werden und du dich nicht sicher genug fühlen, gehe in den Kreißsaal zurück. Deine Hebamme wird dich unterstützen und dir, sollten deine Schmerzen zu groß sein Schmerzmittel geben. Nehme sie an, du brauchst noch Kraft für die kommenden Stunden.

Für mich waren die Schmerzmittel bei zwei meiner drei Geburten ein wahrer Segen. Anfangs kannst du die Wehen noch gut veratmen, so wie du es im Vorbereitungskurs gelernt hast. Die Wehen werden jedoch stärker und irgendwann bist du an dem Punkt, wo du meinst, es geht nicht mehr, du kannst nicht mehr. Da sind die Schmerzmittel herzlich willkommen. Sie geben dir Kraft und du kannst dich ein wenig ausruhen.

Die PDA

Die PDA ist bei starken Schmerzen, wie bei Einleitungswehen, oder bei einem Wehensturm sehr hilfreich und in keinster Weise nutzlos. Du musst nicht denken, dass du stark sein musst und die Wehen ohne Schmerzlinderung ertragen musst. Das ist FALSCH! Du bist die Jenige, die unter der Geburt steht, die Schmerzen sind so heftig, dass du nicht mehr reden kannst. Nehme die PDA an. Du kannst damit eine wundervolle, entspannte Geburt erleben, ohne Schmerzen. In vielen Ländern, wie beispielsweise Türkei, Frankreich und Schweden ist die PDA von vornherein geplant.

Desweiteren hat die PDA einen willkommenen Nebeneffekt. Sie betäubt nämlich deinen Damm, solltest du einen Dammschnitt, oder Riss haben. Der Gynäkologe wird dich nach der Geburt am Damm, oder an den Schamlippen nähen müssen. Du wirst dank der PDA nichts merken. Natürlich kann es auch ohne Dammschnitt, oder Riss von statten gehen. Das liegt an deinem Bindegewebe. Du kannst deinen Damm schon etwas elastischer machen, indem du ihn mit einem Damm -Masageöl einreibst und ein wenig massierst.

Deine Wehen müssen die richtige Intensität entwickeln, um deinen Muttermund auf 10 cm zu öffnen. Erst dann beginnen die Presswehen und dein Baby kann geboren werden. Warme Füße, Fußmassagen und Becken kreisen führen dazu, dass deine Wehen stärker werden und dein Muttermund sich Zentimeter für Zentimeter öffnen wird. Dein Baby wird durch die Gebärmutter Kontraktionen nach unten, Richtung Geburtskanal gedrückt. Das CTG (Wehenschreiber) wird jetzt die ganze Zeit über an deinem Bauch befestigt sein. So kann die Hebamme und der Arzt sehen, ob es deinem Baby gut geht.

Warme Füße sind das A-und-O unter der Geburt. Am besten eignen sich dort weiche, flauschige Socken, die du dann aber auch nach der Geburt entsorgen kannst. Auch auf der Station sind warme Füße für die Milchbildung von Vorteil. Ich hatte mir folgende Socken gekauft:

Schon bald kannst du mit deinem Baby kuscheln

Nachdem du die Eröffnungswehen überstanden hast, folgen die Presswehen. Diese sind nicht mehr ganz so schmerzhaft, dafür aber sehr intensiv und wichtig. Die Presswehen sorgen dafür, dass dein Baby durch den Geburtskanal gedrückt wird. Du hast das Gefühl auf Toilette gehen zu müssen. Keine Sorge, dass ist der Druck des Köpfchens auf deinen Darm. Deine Hebamme wird nun den Raum nicht mehr verlassen und dir Anweisungen geben, wann du pressen sollst. Der Arzt wird kurz vor Austritt des Köpfchens hinzugerufen, du hast es bald geschafft!

Noch einmal pressen und das Köpfchen ist geboren. Eine weitere Wehe und die Schulter und somit der Rest des Körpers sind geboren. Herzlichen Glückwunsch, du hast es geschafft, eine großartige Leistung, du bist MAMA! Du wirst jetzt emotional, bist stolz und glücklich und geschafft. Dein Baby wird dir nach der Geburt, sollte die Geburt regelrecht verlaufen sein, auf deine Brust gelegt. Es ist ein unglaublicher Moment, wenn dein Baby das erste Mal bei dir ist. Das Schreien ist Musik in deinen Ohren und du wirst es ab der ersten Sekunde abgöttisch lieben!

Neugeborenes

Kurze Zeit später wird die Plazenta geboren und deine Begleitung, oder auch du selbst kannst sie durchtrennen. Nun ist deine Schwangerschaft offiziell beendet und eine aufregende Zeit liegt vor dir. Es gibt sehr viele Bücher über das Thema Schwangerschaft und Geburt. Viele Bücher, die nicht alles sagen, was wirklich passiert. Drei wirklich sehr gut geschriebene Bücher kann ich dir empfehlen.

Dein Baby ist auf der Welt

Nach der Entbindung wirst du angeschaut und dein Baby erhält seine U1. Das ist eine Untersuchung, die direkt nach der Geburt stattfindet. Nachdem du und dein Baby versorgt wurden, werdet ihr allein gelassen um euch kennen zu lernen. Nach zwei Stunden wirst du zusammen mit deinem Neugeborenen auf Station gebracht, um dich dort ausruhen zu können. Die Schwestern sind dort sehr freundlich und helfen dir beim Anlegen, Wickeln und beantworten dir all deine Fragen. Sie sind eine große Hilfe, wenn das Stillen anfangs noch nicht so richtig laufen möchte. Keine Sorge, du wirst es lernen, und dir wird eine schöne Stillzeit bevorstehen.

Wenn das Krankenhaus es zu lässt, besteht sogar die Möglichkeit ein Familienzimmer zu buchen. Dein Partner wird dann zusammen mit dir aufgenommen und wird verpflegt und bekommt ein Bett. Er wird dir eine große Hilfe sein, denn nach der Geburt schleichen sich die Nachwehen ein. Die sind sehr nützlich, denn sie lassen deine Gebärmutter wieder auf normale Größe schrumpfen. Beim stillen merkst du die Nachwehen besonders.

Die Zeit im Krankenhaus mit deinem Baby

Du kannst dir aber Schmerzmittel geben lassen. Die Tabletten sind bedenkenlos für dich und dein Baby. Du befindest dich im so genannten Wochenbett. Das heißt so, weil du dich in der Zeit ausruhen sollst und möglichst keine anstrengenden Dinge erledigen solltest. Vor noch gar nicht langer Zeit war es üblich, dass die Frauen mehrere Wochen nach der Geburt im Bett verbringen mussten, zusammen mit ihrem Baby. Ich kann dir auch für diese Zeit ein sehr schönes Buch empfehlen. Du hast genügend Zeit während deines Wochenbetts das Buch in Ruhe zu lesen.

Nach ein paar Tagen kannst du und dein Baby das Krankenhaus verlassen. Ihr dürft nach Hause. Deine Hebamme wird dich nun regelmäßig besuchen und dir Fragen und Antworten geben. Sie ist eine große Hilfe, denn anfangs weiß man gar nicht so genau, wie man ein Baby händeln muss. Der Tagesrhythmus ist ein ganz anderer geworden und du musst dich an deine neue Rolle als Mama gewöhnen. Schon bald wirst du und dein Baby ein eingespieltes Team und du kannst dir ein Leben ohne Baby nicht mehr vorstellen können! Herzlichen Glückwunsch Mama!